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Männlichkeit
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Männlichkeit beschreibt die Summe der Eigenschaften, die fßr den Mann als charakteristisch gelten. In der Wissenschaft beschäftigen sich vor allem die Evolutionspsychologie und die Gender Studies mit Männlichkeit. Bei den Gender Studies wird Männlichkeit als Konstrukt gesehen, das sich historisch wandelt und kulturell variiert. In der Biologie wird Männlichkeit auch auf den Einfluss von Hormonen, insbesondere Testosteron, zurßckgefßhrt.
Was jeweils unter âMännlichkeitâ verstanden wird, hängt stark vom Kontext und der Perspektive derjenigen ab, die den Begriff gebrauchen. Die althergebrachte umgangssprachliche Bedeutung des Begriffs geht zumeist in Richtung Virilität (lateinisch virilis âmännlichâ) im Sinne von männlicher Stärke, männlich-erotischer Ausstrahlung, oder auch Zeugungsfähigkeit (âManneskraftâ). Der verwandte und kaum noch gebrauchte Begriff Mannbarkeit aus der gehobenen Umgangssprache bezeichnet die Geschlechtsreife eines jungen Mannes, während Mannhaftigkeit synonym fĂźr Tapferkeit verwendet wurde. Im entsprechenden Kontext werden oft bestimmte Eigenschaften des männlichen KĂśrpers als Sinnbild von Männlichkeit interpretiert. So gelten kĂśrperliche GrĂśĂe, eine ausgeprägte Muskulatur, eine tiefe Stimme, breite Schultern, markante GesichtszĂźge (insbesondere das Kinn) und eine starke KĂśrperbehaarung (insbesondere der Brust) als typisch männliche Merkmale.
Contents
⢠Forschung
⢠Soziologie
⢠Archäologie
⢠Pädagogik
⢠Psychologie
⢠Geschichte
⢠Merkmale
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Handbßcher
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Forschung
Männlichkeit war lange kein Gegenstand der Forschung. Mit dem Beginn der Frauenforschung erschien es zunächst, als ob nur Frauen bzw. Weiblichkeit mithilfe der Forschungskategorie Geschlecht bzw. Gender untersuchbar seien (Geschlechterforschung) und nur sie Geschlecht bzw. Gender hätten.cite-ref-1-1-0[1]
Der amerikanische Männer- und Männlichkeitsforscher Michael Kimmel vertritt die These, dass die traditionelle Unsichtbarkeit von Männlichkeit lange eine bewusste oder unbewusste Strategie der Machtsicherung dargestellt habe: âIndem implizit oder explizit abgelehnt wurde, dass die Kategorie Gender Ăźberhaupt auch fĂźr Männer gilt, konnten diese sowohl einem prĂźfenden Blick als auch Kritik und Veränderung entgehenâ. Laut Kimmel wissen die Männer meist nicht einmal, welche Fragen sie zu stellen hätten, um Männlichkeit jenseits der KĂśrper, Ideale und Stereotype sichtbar und wissenschaftlich erforschbar zu machen.cite-ref-2[2]
Mittlerweile hat sich Männlichkeit in immer mehr Wissenschaftsdisziplinen zum Forschungsthema entwickelt â seit den 1980er Jahren in den USA, seit den 1990er Jahren in Deutschland. Die Forschungsgebiete sind jedoch oft singulär und nicht multidisziplinär miteinander verbunden. Eine Ausnahme stellen die USA dar, in der sich die Männlichkeitsforschung seit den 1980er Jahren in einer multidisziplinären Phase befindet. Die Literaturwissenschaftler Stefan Horlacher et al. meinen dazu in einem Handbuch zum Thema Männlichkeit, das Verständnis in vielen Wissenschaftsdisziplinen basiere bis heute noch auf âvermeintlich eindeutigen Definitionen von Männlichkeit und Weiblichkeit, die häufig noch immer voreilig auf augenscheinlich biologische oder gar genetisch determinierte Fakten reduziert werdenâ.cite-ref-1-1-1[1]
Soziologie
Innerhalb der binären Geschlechterordnung steht Männlichkeit dem Begriffspol Weiblichkeit gegenĂźber und ist wie diese ein kulturell-ideologisch verdichtetes Verständnis (im Gegensatz zum âMannseinâ, welches die tatsächlich gelebte Vielfalt repräsentiert). Die Ăźber Männlichkeit den Männern zugeschriebenen Eigenschaften unterliegen unter anderem dem kulturellen und sozialen Wandel (vgl. Weib und Frau); sie werden mit den biologisch männlichen Merkmalen als verbunden angesehen (vgl. Männchen). Inwieweit diese Zuschreibungen fĂźr sozialisiert oder angeboren (oder sogar ânatĂźrlichâ bzw. âgĂśttlich gewolltâ) erachtet werden, unterliegt ebenfalls dem sozialen Wandel. Unterschiedliche Religionen, Weltanschauungen und wissenschaftliche Positionen bieten dazu verschiedenste Modelle als Antworten an. Im wissenschaftlichen Bereich beschäftigen sich vor allem die Gender Studies und die Evolutionspsychologie mit diesen Fragen.
âMännlichesâ Handeln und Verhalten wird eingehender â auch im Kulturvergleich â in der soziologischen Rollentheorie behandelt. Bei der Erforschung der BeweggrĂźnde hinter der Klimawandelleugnung beschreibt die âPetromaskulinitätâ ein mĂśglicher Zusammenhang zwischen Männlichkeit und dem Festhalten an fossilen Energien.
Hegemoniale Männlichkeit
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Hauptartikel
:
Hegemoniale Männlichkeit
Die aktuelle Geschlechterforschung spricht seit den Publikationen der australischen Soziologin Raewyn Connell von Männlichkeit auch in der Mehrzahl, d. h. von âMännlichkeitenâ. Connell beschreibt Männlichkeit als âeine Position im Geschlechterverhältnis; die Praktiken, durch die Männer und Frauen diese Position einnehmen, und die Auswirkungen dieser Praktiken auf die kĂśrperliche Erfahrung, auf PersĂśnlichkeit und Kultur.âcite-ref-6-3-0[3] Sie erarbeitete in historischen und kulturellen Analysen, dass es nicht nur eine, sondern viele Ausprägungen von Männlichkeit gebe, die auch in ein und derselben Kultur gleichzeitig existieren kĂśnnten. Jene, die in einer Kultur als vorherrschend akzeptiert wird, wird von ihr, in Anlehnung an Antonio Gramsci, Hegemoniale Männlichkeit genannt. Davon abweichende Männlichkeiten nennt Connell âmarginalisierte Männlichkeitenâ. Im deutschsprachigen Raum wurde das Konzept von Michael Meuser mithilfe des Konzepts des Habitus nach Pierre Bourdieu erweitert. Nach Meuser ist der âmännliche Habitusâ, also âdas GefĂźge männlicher Einstellungen, Haltungen und Praktiken - auch in der (Spät-)Moderne zutiefst von âvormodernenâ Strukturen geprägt: von der Asymmetrie der Geschlechter in Arbeitswelt und Privatheit, von der Aufrechterhaltung einer hegemonialen Vormachtposition der Männer sowie der (RĂźck-)Vergewisserung männlicher Identität in einer durch männliche Dominanz charakterisierten Tradition.âcite-ref-4[4]
Archäologie
In der Archäologie wird männliches Verhalten in beispielsweise der Steinzeit untersucht. Diese Untersuchungen erlangen auch dadurch eine Relevanz, dass geschlechtsspezifische Rollenverteilungen der Steinzeit mitunter als Erklärung fĂźr heute existierende Geschlechterunterschiede herangezogen werden. In frĂźheren Untersuchungen wurden Männer als stärker, aggressiver, dominanter und aktiver dargestellt. Männer wurden hauptsächlich als fĂźr die Jagd groĂer Tiere und das Bearbeiten härterer Materialien zuständig gesehen. Linda R. Owen hält diese Darstellungen jedoch fĂźr zu einseitig und als Symptom einer Projektion moderner Annahmen Ăźber Geschlechterrollen auf die Vergangenheit. Durch die schlechte Datenlage, die Verallgemeinerung zeitgenĂśssischer, teilweise verzerrter ethnographischer Untersuchungen zu Jägern und Sammlern und eurozentrische Vorstellungen Ăźber Geschlecht bei der Interpretation archäologischer Funde sei ein verzerrtes Bild Ăźber Geschlechterrollen entstanden. Neuere Forschungen anhand von Primärquellen zeigen ein differenziertes Bild männlichen Verhaltens in der Steinzeit und betonen die Rolle der Männer fĂźr die Kindererziehung, das Sammeln von Pflanzen und bei der Kleintierjagd. Gleichzeitig weist Owen (2016) auf die noch groĂe Unsicherheit in den Daten hin, wodurch keine abschlieĂenden Urteile Ăźber das männliche Verhalten in der Steinzeit gezogen werden kĂśnnten.cite-ref-5[5] (siehe auch: Jäger und Sammler #Arbeitsteilung)
Politikwissenschaft
Seit 1991 gibt es in der DVPW einen Arbeitskreis Politik und Geschlecht. Im Jahr 2000 stellte Peter DĂśge allerdings fest, dass eine systematische Betrachtung von Männlichkeit und Geschlecht insbesondere in der deutschen Politikwissenschaft ausgeblieben sei.cite-ref-6[6] Innerhalb der Disziplin und aus einer feministischen Perspektive wird einerseits kritisiert, dass Teildisziplinen wie die Internationalen Beziehungen oder die Politische Theorie Ăźber lange Zeit männerdominiert und männerzentriert gewesen seien,cite-ref-7[7]cite-ref-8[8] aber auch die Politikwissenschaft insgesamt bezeichnet Bettina LĂśsch als androzentrisch, âd.h. an Männlichkeit orientiert (Mensch wird grundsätzlich als Mann vorausgesetzt)â.cite-ref-9[9] Die Ursache fĂźr die NichtberĂźcksichtigung von Gender innerhalb der Disziplin sieht Birgit Sauer in einer âmännerbĂźndischen Personalrekrutierungâ und einer âmännlich-hegemonialen Themenselektionâ.cite-ref-10[10] Insbesondere durch die feministische Politikwissenschaft und durch die Erkenntnisse der kritischen Männerforschung gerieten in den letzten Jahren allerdings auch Geschlecht und Männlichkeit in den Fokus politikwissenschaftlicher Analysen. Untersucht werden z. B. die Verwobenheit von Männlichkeiten und Konzepten wie dem Staat, StaatsbĂźrgerschaft und Demokratiecite-ref-11[11] oder innerhalb der Internationalen Beziehungen Zusammenhänge zwischen Männlichkeiten und Gewalt.cite-ref-12[12] In diesem Kontext wird einerseits betont, dass Gewalt hauptsächlich von Männern ausgehe, andererseits aber auch darauf verwiesen, dass Gewalt durchaus auch von Frauen ausgehen kann und dass âMännerâ und âFrauenâ je nach Kontext unterschiedlich verstanden werden mĂźssen.cite-ref-13[13]
Rechtsextremismusforschung
Der Zusammenhang von Männlichkeit und Rechtsextremismus wird innerhalb der Disziplin kaum untersucht. Zwar sind mehr Männer als Frauen im Rechtsextremismus aktiv, Studien konzentrierten sich aber vor allem auf rechtsextreme Frauen und widerlegten eine verbreitete Annahme, Rechtsextremismus sei selbstverständlich männlich.cite-ref-14[14] Seit Beginn der 2000er-Jahre beschäftigten sich aber im deutschsprachigen Raum immer wieder einzelne Untersuchungen mit Männlichkeit im Rechtsextremismus und integrierten Ansätze der kritischen Männlichkeitsforschung.cite-ref-15[15] Die Kategorie Männlichkeit sehen Robert Claus et al. âals konstitutiv fĂźr rechtsextreme Phänomene, ihr ideologisches GerĂźst, ihr Handeln, ihre Agitation und Mobilisierungâ.cite-ref-16[16] Heribert Schiedel sieht den Rechtsextremismus als Versuch, ââMännlichkeitâ zu restitutieren und zu renaturalisierenâ.cite-ref-5-17-0[17]
Wolfgang Wippermann â teils im Anschluss an Klaus Theweleit â sieht im faschistischen Leitbild von Männlichkeit eine besondere historische Phase der Entwicklung des Konzepts von Männlichkeit in Deutschland: Im Kaiserreich war Männlichkeit eng mit dem Konzept der Ehre verbunden; der den Oberschichten entstammende deutsche Mann â im Idealfall der Offizier â war satisfaktionsfähig; er duellierte sich, um seine Ehre zu beweisen; er war hierarchisch orientiert und staats- bzw. kaisertreu und hegte eine gewisse Achtung vor Frauen, auch wenn er sich auf seine sexuellen Privilegien berief. Die von Wippermann so genannte atavistische Männlichkeit war die der Freikorpskämpfer, die nach dem Ersten Weltkrieg weiterhin einem soldatischen Ideal folgten. Stand und Herkunft spielten fĂźr sie keine Rolle mehr; sie verachteten Frauen und waren in der Regel sexscheu. Die faschistische Männlichkeit richtete sich gegen die âunmännlichenâ Juden, Roma und Slawen. Die Rolle der Frau wurde auf die biologische Rolle als Gebärerin reduziert.cite-ref-18[18]
Pädagogik
Männlichkeit wird innerhalb der Pädagogik einerseits in Hinblick auf die Rolle pädagogischer Institutionen (insbesondere Schulen) auf Männlichkeitskonstruktionen und die geschlechtliche Sozialisation, anderseits in Bezug auf die Prägung pädagogischer Institutionen durch Männlichkeitsvorstellungen behandelt. Historisch waren viele pädagogische Konzepte Ăźber lange Zeit androzentrisch geprägt, wodurch sie selbst männliche Privilegien festigten. In der jĂźngeren Vergangenheit kam es aber zu einer Veränderung: Obwohl männliche Privilegien nicht vollständig abgebaut sind, scheint âMännlichkeit in der Institution Schule allerdings den Status einer nicht markierten Norm zu verlierenâ, auch bedingt durch das mittlerweile leicht hĂśhere Ausbildungsniveau von Mädchen bzw. Frauen gegenĂźber gleichaltrigen Jungen bzw. Männern. Der damit im Zusammenhang stehende Ăśffentliche Diskurs um âJungen als Bildungsverliererâ erzeugte hierbei eine Wirkung auch auf die Erziehungswissenschaft und pädagogische Praxis.cite-ref-19[19] In dem teilweise stark vereinfachend, populistisch, und essenzialistisch verkĂźrzt gefĂźhrten Mediendiskurs wird allerdings oft die lange bestehende Auseinandersetzung mit Jungen und Geschlechterrollen, insbesondere in der Jungen-geschlechtssensiblen Pädagogik, vernachlässigt.cite-ref-20[20]cite-ref-21[21]
Psychologie
Siehe auch
:
Psychologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Die Psychologie in den 1950ern und den folgenden Jahrzehnten erfasste männliches und weibliches Verhalten anhand von durch Befragung ermittelten Eigenschaftslisten. Das Ergebnis waren auf Stereotypen basierte Vorstellungen von Männlichkeit wie âAggression, Dominanz, Aktivität, Unabhängigkeit, AuĂenorientierung und logisch-rationalem Denkenâ â im Gegensatz zu Stereotypen, die als weiblich eingeordnet wurden wie âSensibilität, Anpassungsfähigkeit, Passivität, Sanftmut und SicherheitsbedĂźrfnisâ. Vor dem Hintergrund der zweiten Frauenbewegung konfrontierten verschiedene Autoren die amerikanische Gesellschaft und Wissenschaften ab Ende der 1970er Jahre mit WidersprĂźchen zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Tatsächlich sei das Verhalten laut der Autoren geprägt gewesen von âselbstdestruktivem Verhalten, emotionaler Verarmung, Krankheitsanfälligkeit und frĂźher Sterblichkeitâ. Dies schaffte eine âneue Psychologie des Mannesâ, in der männliches Verhalten nicht mehr frei von Zeit und Raum erfasst wurde, sondern als komplexe und teils widersprĂźchliche soziale Konstrukte.cite-ref-2-22-0[22]
Die American Psychological Association gab 2017 Handreichungen fĂźr den psychologischen Umgang mit Männern und Jungen heraus, die die wissenschaftliche Forschung zum Thema bĂźndeln und betonen sollten, dass eine Ideologie traditioneller Männlichkeit Männern und Jungen schadete.cite-ref-23[23]cite-ref-24[24] Die späte VerĂśffentlichung wurde damit erklärt, dass (weiĂe) Männlichkeit lange Zeit die unhinterfragte Norm in der US-amerikanischen psychologischen Forschung und Praxis dargestellt hat: âprior to the second-wave feminist movement in the 1960s, all psychology was the psychology of men.âcite-ref-0-25-0[25]cite-ref-26[26] Das hegemoniale, traditionelle Bild von Männern als stoisch, kompetitiv, dominant und aggressiv, fĂźhre z. B. dazu, dass Männer sich seltener psychologische Hilfe suchten, und häufiger risikoreiches Verhalten wählten.cite-ref-0-25-1[25] In den Richtlinien und der psychologischen Forschung wird betont, dass Männlichkeiten soziale Konstrukte seien, die auf unterschiedliche Männer unterschiedlich wirkten.cite-ref-27[27] Die Richtlinien fordern Therapeuten auf, dieser Vielfalt gerecht zu werden um eine bestmĂśgliche Betreuung von Jungen und Männern sicherzustellen.cite-ref-28[28]
Biologie und Medizin
Anatomie und Entwicklungsbiologie
Der Begriff Männlichkeit wird in Humanmedizin und Humanbiologie bis heute primär reproduktionsbiologisch verwendet. Im Vordergrund stehen primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale. Anatomische und entwicklungsbiologische Charakteristika des Mannes sind seit langem bekannt und gut untersucht. Aktuell stehen genetische und genregulatorische Aspekte der Männlichkeitsentwicklung im Vordergrund der biologischen Forschung. Geschlechtsentwicklung wird als entwicklungsbiologischer Vorgang aufgefasst, der in der embryonalen Entwicklung zur Festlegung des kÜrperlichen Geschlechts fßhrt.cite-ref-4-29-0[29]
Männermedizin
Erst seit kurzem werden gesundheitliche Konsequenzen des männlichen Geschlechts und Geschlechtshabitus (Geschlechtsrolle, Gender) erforscht. Dies hat neben der Andrologie zur Entwicklung einer Männermedizin gefßhrt, die nicht nur auf geschlechtsspezifische kÜrperliche Erkrankungen oder endokrine StÜrungen fokussiert, sondern auch auf Folgen typisch männlicher Verhaltensweisen. Da der männliche Habitus laufenden gesellschaftlichen Veränderungen unterliegt, muss die Männermedizin diesen Wandel untersuchen, wissenschaftlich begleiten und die therapeutische Behandlung laufend anpassen.
Auch Fallbeobachtungen und klinische Praxis belegen, dass soziale Faktoren fĂźr die Entwicklung männlicher Verhaltensmuster entscheidend sind. Beispielsweise zeigen Jungen, die nicht in die Pubertät eintreten, eine Vielzahl von Verhaltensweisen, die gesellschaftlich als âmännlichâ eingestuft werden. Eine Abgrenzung von sozial erlerntem männlichen Verhalten und dem Einfluss des männlichen Hormonhaushalts ist nicht mĂśglich. Beide Faktoren sind fĂźr die Entwicklung eines Verhaltensmusters, das gesellschaftlich als âmännlichâ eingestuft wird, notwendig.
Männermedizin gehÜrt zur Allgemeinmedizin und Inneren Medizin. Sie befasst sich mit der Gesamtheit männlicher GesundheitsstÜrungen auch jenseits der Sexualorgane. Dagegen gehÜrt die Andrologie zur Urologie und befasst sich mit Erkrankungen der männlichen Sexualorgane sowie deren hormoneller Regulation (Endokrinologie). Männermedizin befasst sich etwa mit der niedrigeren Lebenserwartung von Männern im Vergleich zu Frauen. Sie erforscht auch Erkrankungen, die bei Männern häufiger auftreten, wie etwa die koronare Herzkrankheit, fßr die vor allem gesundheitsschädliches Verhalten von Männern, wie Tabakkonsum, verantwortlich gemacht wird. Fßr die allgemein niedrigere Lebenserwartung gibt es eine Vielzahl an Einflussfaktoren, die noch unklar sind.cite-ref-4-29-1[29]
Biologie
In der Biologie werden männliche Eigenschaften auch auf den Einfluss von Hormonen zurĂźckgefĂźhrt, insbesondere Testosteron. Studien zeigen, dass Testosteron, dem man vor der Geburt im Mutterleib ausgesetzt ist, oft die männliche Geschlechteridentität und männliches Verhalten produziert. Auch soziologische Faktoren werden anerkannt, jedoch wird auch gerade die Interaktion zwischen biologischen und soziologischen Faktoren wissenschaftlich untersucht. Eine Studie aus dem Jahre 2000 kam einerseits zu dem Ergebnis, dass Frauen eher ein typisch âmännlichesâ Verhalten zeigten, je mehr Testosteron sie im Mutterleib ausgesetzt wurden. Andererseits wurde untersucht, wie stark die Erziehung der MĂźtter dieses Verhalten beeinflusste. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei Untersuchungsteilnehmern mit niedriger Menge an ausgesetztem Testosteron die Erziehung eine grĂśĂere Rolle spielte, jedoch bei hohen Mengen an Testosteron die Untersuchungsteilnehmer eher unempfindlich auf die Art der Erziehung reagierten. Das Verhalten wurde stärker durch die Hormone bestimmt.cite-ref-3-30-0[30]
In der Genetik werden genetische Faktoren auf das Ausbilden eines männlichen Verhaltens untersucht. Die Verhaltensgenetiker untersuchen hierbei das Verhalten von Zwillingen, Geschwistern und Familien mit adoptierten Kindern. Auf diese Weise erhoffen sich die Verhaltensgenetiker, EinflĂźsse der Umwelt von EinflĂźssen der Gene trennen zu kĂśnnen. Bei Zwillingen ist die genetische Ăbereinstimmung am grĂśĂten, bei Familien, die zwei Kinder von jeweils fremden Eltern adoptiert haben, wachsen hingegen zwei genetisch sehr unterschiedliche Kinder in einer ähnlichen Umgebung auf. Hierbei werden komplexe mathematische Methoden angewendet, um die EinflĂźsse zu bestimmen. Im Jahre 1999 wurde eine Studie von Richard Lippa und Scott Hershberger verĂśffentlicht, die beispielsweise herausfand, dass 38 % der Variabilität bei der Verhaltenseigenschaft der Dominanz auf genetische Unterschiede zurĂźckzufĂźhren sei.cite-ref-3-30-1[30]
In der Evolutionsbiologie werden Geschlechterunterschiede durch den Prozess der natßrlichen oder sexuellen Selektion erklärt. Insbesondere der von Männern abweichende Elternaufwand wird zur Erklärung von spezifischen Strategien zur Partnerwahl und der damit verbundenen Verhaltensweisen herangezogen.cite-ref-3-30-2[30] (siehe auch: Evolutionäre Psychologie #Unterschiede zwischen Frauen und Männern) Ob evolutionsbiologische Ansätze zur Erklärung menschlichen Verhaltens herangezogen werden kÜnnen, ist jedoch umstritten.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32]
In der Neurobiologie werden die Gehirne von Frauen und Männern untersucht, um RĂźckschlĂźsse auf männliches und weibliches Verhalten zu erlangen. Zahlreiche Studien aus neuerer Zeit sahen Unterschiede in der GrĂśĂe bestimmter Gehirnareale und versuchten daraus, RĂźckschlĂźsse auf männliches Verhalten zu ziehen. Ăber Ursache und Auswirkung dieser Unterschiede und ob diese Ăźberhaupt valide ermittelt wurden, besteht bisher Uneinigkeit.cite-ref-4-29-2[29]cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]
Studien, wie die von Richard A. Lippa von 2010cite-ref-35[35], konnten die weitgehende Unabhängigkeit der geschlechtertypischen Verhaltensmuster vom kulturellen Hintergrund zeigen und widerlegten damit frĂźhere Ăberlegungen, wonach Verhaltensstereotypen allein aus den EinflĂźssen der Umwelt resultieren wĂźrden. In der Biomedizin zog Markus Schubert 2016 das Fazit, es werde âimmer klarer, dass die Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen nicht allein auf deren Erziehung und Umgebung zurĂźckzufĂźhren sindâ. Gleichwohl seien noch viele Fragen auf dem Gebiet der Neurowissenschaften bezĂźglich Unterscheidung der Gehirnfunktionen offen. Hormonelle und genetische EinflĂźsse sieht er jedoch basierend auf den neusten Untersuchungstechniken und molekularen Ansätzen als die âwesentlichen Ursachenâ fĂźr die geschlechtertypischen Eigenschaften. Diese Forschungsergebnisse kĂśnnten dazu beitragen zu erklären, warum sich Männer verhalten âwie Männerâ.cite-ref-4-29-3[29]
Männlichkeit im westlichen Kulturraum
Geschichte
Raewyn Connell lokalisiert die Entstehung der modernen Männlichkeitsvorstellungen im âlangenâ 16. Jahrhundert zwischen 1450 und 1650. Als Ursachen dafĂźr sieht sie kulturelle Veränderungen in den Städten, die auch mit der Veränderung des Einflusses der Religion im Zuge der Reformation einherging. Durch das Ende der mittelalterlichen KlĂśster sei die eheliche Heterosexualität als angesehenste Form der Sexualität gestärkt worden und durch den aufkommenden Individualismus sei in der Philosophie das Bild von Männlichkeit als âvon Vernunft geprägte Charakterstrukturâ aufgekommen. Als zweiten wichtigen Faktor sieht sie die europäische Expansion in Amerika, in der das Bild des Konquistadors eng mit Männlichkeit verknĂźpft worden sei. Zudem sei durch das Wachsen der Städte und den aufkommenden Handelskapitalismus eine bestimmte Form von Männlichkeit institutionalisiert worden, indem die Unternehmerkultur und Arbeitsplätze âneue Formen geschlechtsbezogener Arbeit und Macht schufen und legitimiertenâ. In Folge auf die Kriege des 16. bis 18. Jahrhunderts sei zudem im Absolutismus eine ânie dagewesene Institutionalisierung männlicher Machtâ erfolgt. Seit dem 18. Jahrhundert und der dort durch den Landadel definierten Form hegemonialer Männlichkeit kĂśnne man deshalb von Männlichkeit im modernen Sinne sprechen, die in einer relativ festen Geschlechterordnung und in Abgrenzung von Weiblichkeit bestimmt sei. Die Männlichkeit des Gentry habe sich dann in den folgenden Jahrhunderten aufgespalten, wofĂźr Connell insbesondere die âInfragestellung der Geschlechterordnung durch Frauen, die Logik des vergeschlechtlichten Akkumulationsprozesses im industriellen Kapitalismus und die imperialen Machtstrukturenâ verantwortlich macht.cite-ref-6-3-1[3]
Liv StrÜmquist präsentiert die Theorie der Soziologin und Kulturanthropologin Eva Illouz, dass eine angesehene Männlichkeit im 19. Jahrhundert darin bestßnde, dass ein Mann die Fähigkeit aufbringt, Entscheidungen zu treffen, ein bindendes Versprechen zu geben, sowie die Fähigkeit, starke Gefßhle zu fßhlen und diese zum Ausdruck zu bringen.cite-ref-8-36-0[36] Die angesehene Männlichkeit des 19. Jahrhunderts bestßnde in emotionaler Standhaftigkeit. Mit der Moderne und den feministischen Errungenschaften habe sich die Männlichkeit in soweit verändert, dass in ihrer Sexualität emotional Distanzierte, autonome und autoritäre Männer tendenziell gesellschaftlich hÜher angesehen werden.cite-ref-8-36-1[36]
Merkmale
Die im westlichen Kulturkreis dem âMännlichenâ unausgesprochen oder ausgesprochen zugeschriebenen Stereotype sind:
⢠eher physische Merkmale:
⢠(KĂśrper-)Kraft â demgegenĂźber âweiblichâ: (KĂśrper-)Schwäche, SchĂśnheit
⢠markant, âeckigâ â demgegenĂźber âweiblichâ: abgerundet, rund
⢠rohe Sinnlichkeit â demgegenĂźber âweiblichâ: Zartheit, ganzheitliche Erotik
⢠eher charakterliche Merkmale:
⢠Mut, Risikobereitschaft und Abenteuerlust â demgegenĂźber âweiblichâ: Familiensinn, Furchtsamkeit, Zaghaftigkeit
⢠Aggression im Sinne von aktivem Zupacken, Angriffslust bis hin zum Extrem: Gewaltbereitschaft â demgegenĂźber âweiblichâ: Friedfertigkeit, Geduld, oder mentaler Widerstand beispielsweise in Gestalt von List
⢠FĂźhrungsanspruch, Dominanz, Verlässlichkeit â demgegenĂźber âweiblichâ: Duldsamkeit, FĂźgsamkeit, Wankelmut
⢠Besonnenheit, Selbstbeherrschung, auch GefĂźhlskälte, Coolness â demgegenĂźber âweiblichâ: Impulsivität, Warmherzigkeit
⢠eher mentale Merkmale:
⢠technische und organisatorische Fähigkeiten â demgegenĂźber âweiblichâ: soziale Kompetenzen
⢠Rationalität, auch: Abstraktes Denken, Zielstrebigkeit, Eigensinn â demgegenĂźber âweiblichâ: EinfĂźhlsamkeit, Spontaneität, Anpassungsfähigkeit, Irrationalismus
Diese Zuschreibungen werden vielfach fßr archetypisch gehalten, während andere sie als stereotype Rollenerwartungen entlarven. Die Zuschreibungen sind eher naturwissenschaftlich geprägt und stehen im Gegensatz zu den Perspektiven der Genderforschung. Diese kritisiert sie auch mit einem ethischen Argument: Sie verletzten durch Beschränkung auf vorgefertigte Muster die menschliche Wßrde sowohl von Frauen als auch von Männern.
Solche Probleme verschärfen sich in einer Gesellschaft mit einer hĂśheren Bewertung von Eigenschaften, die Männlichkeit zugeschrieben werden, gegenĂźber Eigenschaften, die Weiblichkeit zugeschrieben werden. Wenn diese sexistische Bewertungsproblematik dazu fĂźhrt, dass âMännlichkeitâ zum MaĂstab erhoben und âWeiblichkeitâ zur Abweichung gegenĂźber solcher Norm wird, wird in der Genderforschung von androzentrischen Geschlechterverhältnissen gesprochen.
Mode, Jugendkulturen, Werbung, Filme und andere Medien bieten immer wieder neue Männlichkeitsbilder und -ideale an und verstärken, variieren oder relativieren damit diese Zuschreibungen. Beispiele: die Filme Easy Rider und Terminator, der Mythos Cowboy (Westernromane, Film, Mode), der Marlboro Man der Werbung â aber auch als Relativierung der Hippie u. a. m.
Männlichkeit im kulturßbergreifenden Raum
Verschiedene Meta-Studien konnten kulturßbergreifende Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Verhalten feststellen.
Weibliche Männlichkeit
Insbesondere Ansätze, die aus den Queer Studies stammen und von einem dekonstruktivistischen Verständnis von Geschlecht ausgehen, haben in neuerer Zeit neue Perspektiven auf Männlichkeit eingebracht, die Männlichkeit vom KĂśrper losgelĂśst betrachten und Raum fĂźr Betrachtungen auĂerhalb der Geschlechterbinarität schaffen. Jack Halberstam prägte hier den Begriff âweibliche Maskulinität(en)â. In seiner Studie zum Thema betrachtete er z. B. Tomboys, Butch-Lesben, Dragkings oder transgender Menschen, die klassische Vorstellungen einer binären Geschlechterordnung aber auch Konzepte wie Mutterschaft in Frage stellen.cite-ref-7-38-0[38]cite-ref-39[39] Eine Betrachtung weiblicher (und anderer âalternativerâ) Männlichkeiten erlaube es erst, die Konstruktion von Männlichkeit nachzuvollziehen: âMasculinity [...] becomes legible as masculinity where and when it leaves the white male middle-class body.â (dt. âMännlichkeit wird erst als solche verständlich, wenn sie den weiĂen, männlichen, Mittelschichts-KĂśrper verlässtâ).cite-ref-40[40] Da Männlichkeit immer noch mehr soziale Macht zukomme als Weiblichkeit, wĂźrden weibliche Männlichkeiten gesellschaftlich noch weniger wertgeschätzt als männliche Weiblichkeiten.cite-ref-7-38-1[38]
âKrise der Männlichkeitâ
Eine âKrise der Männlichkeitâ steht in neuerer Zeit verstärkt im Fokus der Ăffentlichkeit (ähnliche Krisendiskurse lassen sich aber auch historisch, etwa im viktorianischen England finden) und dient dort einerseits dazu, auf gesellschaftliche Notlagen von Männern und Männlichkeit hinzuweisen, wird andererseits aber auch als âeine rhetorische Waffe gegen die angebliche Dominanz feministischer Definitionsmacht des Geschlechterverhältnissesâ eingesetzt.cite-ref-41[41] Im angloamerikanischen Raum werden als Krisensymptome z. B. die Unfähigkeit von Männern Ăźber GefĂźhle zu sprechen, die erhĂśhte Suizidrate unter Männern und schlechtere schulische Leistungen von Jungen angenommen. Was aber genau unter dem Begriff verstanden wird, unterscheidet sich allerdings je nach Kontext.cite-ref-42[42]cite-ref-43[43] In der Regel beziehen sich Männlichkeitskrisendiskurse aber auf âweiĂe, christliche, heterosexuelle Männer der Mittelschichtâ und hängen damit eng mit Konzepten hegemonialer Männlichkeit zusammen.cite-ref-44[44] Ăber die Ursachen und Auswirkungen der vermeintlichen Krise sowie ihr tatsächliches AusmaĂ bestehen weiter Unklarheiten und Kontroversen.cite-ref-45[45] Ein weiterer Aspekt sind die sich verändernden sozioĂśkonomischen Bedingungen: Die durch den Neoliberalismus bedingte âsteigende Erosion des männlichen Normalarbeitsmodellsâ mit Prekarisierung und Wohlstandverlusten kombiniert mit dem nach wie vor existierenden Stereotyp des männlichen Familienernährers erzeugten eine zunehmende Verunsicherung und âOhnmachtsgefĂźhleâ, die es antifeministischen Akteuren erlaubten, diese als âKrise der Männlichkeitâ umzudeuten.cite-ref-46[46]
Siehe auch
Literatur
HandbĂźcher
⢠Stefan Horlacher, Bettina Jansen, Wieland Schwanebeck (Hg.): Männlichkeit. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart 2016.
⢠Sylka Scholz: Männlichkeitsforschung: die Hegemonie des Konzeptes âhegemoniale Männlichkeitâ, in: Beate Kortendiek, Birgit Riegraf, Katja Sabisch (Hg.): Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung, Wiesbaden 2019, S. 419â428.
⢠Mechthilde Vahsen: Männlich/Männlichkeit/Männlichkeitsforschung. In: Renate Kroll (Hrsg.): Metzler Lexikon Gender Studies â Geschlechterforschung. Metzler, Stuttgart/Weimar 2002, ISBN 3-476-01817-2, S. 252 f.
⢠Beate Kortendiek, Birgit Riegraf, Katja Sabisch (Hg.): Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung, Wiesbaden 2019.
⢠Lucas GottzÊn, Ulf MellstrÜm, Tamara Shefer (Hg.): Routledge International Handbook of Masculinity Studies. London 2019.
⢠Christopher Fletcher, Sean Brady, Rachel E. Moss, Lucy Riall (Hg.): The Palgrave Handbook of Masculinity and Political Culture in Europe. 2018.
⢠Michael S. Kimmel, Jeff Hearn, Robert W. Connell (Hg.): Handbook of Studies on Men and Masculinities. London 2004.
⢠Y. Joel Wong, Stephen R. Wester (Hg.): APA Handbook of Men and Masculinities. Washington DC 2016.
Fachzeitschriften
⢠Psychology of Men & Masculinities, Quartalsweise erscheinende Fachzeitschrift der American Psychological Association seit 2000.
⢠Men and Masculinities, Quartalsweise erscheinende interdisziplinäre Fachzeitschrift seit 1998.
⢠Masculinities A Journal of Identity and Culture. Halbjährlich erscheinende Fachzeitschrift der Initiative for Critical Studies of Masculinities (ICSM) seit 2014.
⢠NORMA: International Journal for Masculinity Studies. Quartalsweise erscheinende Fachzeitschrift, die aus dem Nordic Journal for Masculinity Studies hervorging, das ab 2006 erschien.
⢠Journal of Bodies, Sexualities, and Masculinities. Interdisziplinäre Fachzeitschrift seit 2020.
⢠Masculinities & Social Change MSC bzw. Masculinidades y cambio social. Viermonatlich erscheinende interdisziplinäre Open-Access-Fachzeitschrift ßber Männlichkeit in Spanien und Lateinamerika seit 2012.
Grundlagenliteratur
⢠Lothar BÜhnisch: Männliche Sozialisation. Eine Einfßhrung. Juventa, Weinheim 2004, ISBN 3-7799-1372-0.
⢠Ute Frevert: âMann und Weib, und Weib und Mannâ. Geschlechter-Differenzen in der Moderne. MĂźnchen 1995, ISBN 3-406-39200-8.
⢠Ernst Hanisch: Männlichkeiten. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts. BÜhlau, Wien 2005, ISBN 3-205-77314-4.
⢠Michael Meuser: Geschlecht und Männlichkeit. Soziologische Theorie und kulturelle Deutungsmuster. Leske + Budrich, Opladen 1998. ISBN 3-8100-2000-1.
⢠Ralph J. Poole: Gefährliche Maskulinitäten. Männlichkeit und Subversion am Rande der Kulturen. transcript, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-1767-2.
⢠Horst-Eberhard Richter: Die Krise der Männlichkeit in der unerwachsenen Gesellschaft. Neuauflage. Psychosozial-Verlag, 2006, ISBN 3-89806-570-7.
⢠Wolfgang Schmale: Geschichte der Männlichkeit in Europa (1450â2000). BĂśhlau, Wien 2003, ISBN 3-205-77142-7.
⢠Riccardo SchÜfberger: Männlichkeiten seit 1968. Texte aus Italien und dem deutschsprachigen Raum im Vergleich. transcript, Bielefeld 2025, ISBN 978-3-8376-7244-2.
⢠Klaus Theweleit: Männerphantasien. Matthes & Seitz, Berlin 2019, ISBN 978-3-95757-759-7 (zuerst 1977/1978, Roter Stern, Frankfurt am Main).
Weblinks
Commons
: Männlichkeit
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Männlichkeit
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wikiquote: Männlichkeit
â Zitate
⢠Mark Juergensmeyer: Die Welt der Cowboy-MÜnche. Terror und Männlichkeit. (PDF; 91 kB) In: Frankfurter Rundschau. 20. April 2004, abgerufen am 5. Oktober 2013.
⢠Themenausgabe: Männer/Männlichkeit. In: Das Parlament, Nr. 46. Deutscher Bundestag, 8. November 2004, abgerufen am 5. Oktober 2013.
⢠Broschßre: Männlichkeit. In: Forum Sexualaufklärung und Familienplanung 2/3-1996. Bundeszentrale fßr gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Oktober 1996, abgerufen am 5. Oktober 2013 (zur sexualpädagogischen Jungenarbeit; als PDF downloadbar).
⢠Blog: XY online. David Houlder, 2013, abgerufen am 5. Oktober 2013 (englisch, Online-Magazin ßber Männlichkeiten, mit umfassender Bibliographie).
⢠Themenausgabe: Männlichkeiten. In: Zeithistorische Forschungen 18 (2021), Heft 3, hg. von Cornelia Brink, Olmo GÜlz und Nina Verheyen.
⢠Alexander Rechsteiner: Der Mann im Trommelfeuer Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 3. November 2020
⢠Alexander Rechsteiner: Der erschÜpfte Mann Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 16. Oktober 2020
Einzelnachweise
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cite-note-22. â Todd W. Reeser: Englischsprachige Mannlichkeitsforschung. In: Stefan Horlacher, Bettina Jansen, Wieland Schwanebeck (Hrsg.): Männlichkeit. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart 2016, S. 26â41.
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cite-note-99. â Bettina LĂśsch: Feministische politische Theorie und politische Bildung: Staat, Demokratie und Politik aus kritischer gesellschaftstheoretischer Perspektive. In: Politische Bildung meets Politische Theorie. Nomos, 2017, ISBN 978-3-8487-3901-1, S. 357â376 (nomos-elibrary.de [abgerufen am 26. Januar 2021]).
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cite-note-2020. â Doro-Thea Chwalek, Miguel Diaz, Ulrike Graff, Susann Fegter: Jungen und Pädagogik â Perspektiven auf ein neues und altes Thema. Zur Einleitung. In: Jungen â Pädagogik: Praxis und Theorie von Genderpädagogik (= Kinder, Kindheiten, Kindheitsforschung). Springer Fachmedien, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-531-94290-2, S. 11â19, S. 11f., doi:10.1007/978-3-531-94290-2_1.
cite-note-2121. â JĂźrgen Budde: Schule im Spannungsfeld von kultureller Passung, Habitus, Kapitalien und Schulkultur. Oder: Was kann Bourdieu zu einem Verständnis des Zusammenhang von Bildungs(miss)erfolgen und Geschlecht leisten? In: Jungen â Pädagogik: Praxis und Theorie von Genderpädagogik (= Kinder, Kindheiten, Kindheitsforschung). Springer Fachmedien, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-531-94290-2, S. 23â33, doi:10.1007/978-3-531-94290-2_2.
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cite-note-2727. â Ronald Levant, Katherine Richmond: A Review of Research on Masculinity Ideologies Using the Male Role Norms Inventory. In: The Journal of Men's Studies. Band 15, Nr. 2, 1. Mai 2007, ISSN 1060-8265, S. 130â146, doi:10.3149/jms.1502.130 (sagepub.com [abgerufen am 9. Januar 2021]).
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cite-note-4545. â John Beynon: Masculinities and culture. Open University, Philadelphia, Pa. 2002, ISBN 1-281-13166-0, hier: S. 95f..